Ausgabe 01/2011

Ja da schau her: TUSH hat bekanntlich viele Gesichter und diesmal, da haben wir gleich sechs zum Covermotiv werden lassen. TUSH zelebriert die Frau und präsentiert mit dieser Ausgabe unsere persönlichen „Images of Women“ – wir beschreiben unterschiedliche Frauenbilder und Vorstellungen von Weiblichkeit. Dabei zeigen unsere Frauen nicht nur Gesicht, sondern auch Kopf. Wir trafen kreative, engagierte, multitalentierte, qualifizierte, großartige, wunderschöne, besondere Frauen aus den Bereichen Kultur, Politik, Mode und Beauty und stellen in dieser Ausgabe ihre Leben, ihre Ziele, ihre Ideen und ihr Credo vor. Lulu Kennedy etwa. Denn sie ist die Gründerin des britischen Designprojekts „Fashion East“, das Nachwuchstalenten einen Start in die Modewelt ermöglicht. Gareth Pugh und Jonathan Saunders z.B. sind ihre Entdeckung. Oder Janet Benshoof: Sie gründete 2007 das „Global Justice Center“, das sich für die globale Verankerung der Menschenrechte einsetzt.

Außerdem haben wir uns mit der Grammy-und Brit-Award-nominierten Sängerin Robyn unterhalten – sie hat sich im Laufe der letzten zehn Jahre neu erfinden müssen, um authentisch bleiben zu können. Wir beschäftigen uns mit den Herausforderungen des Frauseins heute und sprechen mit einem starken Mann hinter starken Frauen: Der uprising Künstler und Lebensgefährte von Tilda Swinton, Sandro Kopp, hat uns eine ganz persönliche Auswahl seiner Skype-Frauenporträts zusammengestellt. Dabei haben wir sicherlich nicht vergessen, uns um die Trends für die nächste Saison zu kümmern: Vom Modethema „Art déco“ bis hin zu Farbexplosionen in der Beauty, von Keira Knightley bis Natalie Portman, von „Sensual Design“ bis „Lipstick-Art“ – TUSH zeigt eine neue Vielfalt auf über 200 Seiten. Und natürlich leben wir uns auch wieder im Bilde aus. Unsere Redaktion hat zusammen mit unserem Fotografenteam ganz unterschiedliche Frauenbilder inszeniert: Zum Beispiel Iris Strubegger. Sie bringt uns die 1990er zurück, Anne V. räkelt sich fast nackt auf hautfarbener Seide und Eveline Hall setzt sich über das „Anti-Age“ hinweg und zeigt, wie „Alter“ eigentlich noch aussehen kann. Vielleicht finden Sie sich ja in einer unserer Protagonistinnen wieder oder vielleicht fühlen Sie sich sogar inspiriert und erfinden sich einfach neu?

Herzlichst, Ihr Armin Morbach,
Chefredakteur

Foto / Armin Morbach
Haare & Make-up / Nadine Bauer, Ballsaal
Styling / Wiebke Bredehorst, Ballsaal
Model / Johnny Harrington, Seeds, trägt einen Anzug von Louis Vuitton
Produktion / Bettina Brenn
Bildbearbeitung / Elektronische Schönheit
Fotoassistenz / Maximilian Vom Hofe, Stephan Vorbeck
Stylingassistenz / Nina Nestler

Foto / Yu Tsai
Haare / John D./Starworks Artists
Make-up / Kathy Jeung, Magnet Agency
Styling / Karla, Wall Group
Prop Styling / Alex Bain, Opus Reps Model + Anne V., Women Management NY
Bildbearbeitung / 88 Phases Creative Agency

Foto / Txema Yeste
Haare / Christoph Hasenbein, Pancho Saula Artist Management
Make-up / Georgina Graham, CLM Styling Benjamin Sturgill
Set Design / Cristina & Biel, Povera Studio
Model / Iris Strubegger, Place Models
Bildbearbeitung / Picturehouse
Fotoassistenz / Jose Antonio Lopez, Sergi Lopez
Stylingassistenz / Ilene Hacker

Foto / Txema Yeste
Haare / Jordi Fontanals für ART LAB-AVEDA/Talents
Make-up / Victor Alvarez mit Produkten von MAC, Artlist
Maniküre / Maria Martinez für SWAROVSKI ELEMENTS
Styling / Alberto Murtra
Setdesign / Biel Escámez & Cristina Ramos (Povera Studio), Kasteel+Agent
Model / Viktoriya Sasonkina, Women Management NY
Bildbearbeitung / Picturehouse
Fotoassistenz / José A. López, Sergi Hernandez
Stylingassistenz / Sofia Marino, Daniel Gonzalez

Foto / Rafael Stahelin
Realisation / Wiebke Bredehorst, Ballsaal
Haare & Make-up / Henrik Haue, Link Details
Styling / Wiebke Bredehorst, Ballsaal
Model / Elsa Sylvan, Iconic Management
Bildbearbeitung / Taylor Light
Fotoassistenz / Dimitri Ramazankhani
Stylingassistenz / Nina Nestler

Text / Susanne Opalka
Foto & Model / Michelle Ferrara, Pancho Saula Artist Management
Haare / Christoph Hasenbein, Pancho Saula Artist Management
Make-up / Karim Rahman, Pancho Saula Artist Management
Maniküre / Anatole Rainey, B Agency
Styling / Alicia Lombardini
Produktion / Pancho Saula, Artist Management
Fotoassistenz / Mourad Boudrahem
Modeassistenz / Celine Delforn, Nathalie Jean, Caitlin Taffs, Maris Hickey Make-up-Assistenz / Marion Robine

Nur zu: Nimm, was du möchtest, Vollzeit, Kurzzeit, Auszeit. Tu, was du willst, du hast die Wahl. Und zwar immer länger und in immer besserer Verfassung. 100 Jahre pralles Leben und sich nie einen Tag älter als 40 fühlen … und erst recht nicht so aussehen. No Limits, ist das nicht herrlich? Noch nie waren die Möglichkeiten so zahlreich, die Beschränkungen so minimal, wir können jede Rolle übernehmen, zwischen den gewählten hinundherswitchen, uns für alles frei entscheiden. In vorgefertigte Muster pressen lassen? Wir doch nicht! Wir sind die „Yes, we can everything“-Generation. Und schnell ging das. Unsere Eltern bzw. Großeltern waren noch überzeugt, nicht alles im Leben realisieren zu müssen, weil am Ende des Lebens der „liebe Gott“ schon alles regeln würde. Heute kommt das alles aus uns selbst. Genauso wie das dumme Gefühl, dass das Leben dadurch keineswegs leichter geworden ist … Weiterlesen…

Interviews / Katrin Gerhardy & Fabian Kölmel
Foto / Nicolas Guerin

YIQING YIN

Die 25-jährige Chinesin, die im Alter von vier Jahren als Flüchtlingskind nach Frankreich kam, ist durch und durch Modedesignerin. Nach ihrem Abschluss an der „École Nationale Supérieure des Arts Décoratifs“ 2009 war sie Finalistin beim „Festival International de Hyères“ und hat außerdem den „Grand Prix de la Création de la Ville de Paris“ gewonnen. Ihre Kollektionen wirken ungewöhnlich dramatisch, geheimnisvoll und sehr emotional.

Welche Bedeutung hat Mode für dich?
Sie ermöglicht mir auf wunderbare Art und Weise, eine Identität zu kreieren, diese aufzubauen und weiterzuvermitteln.

Was inspiriert dich bei der Arbeit an einer neuen Kollektion?
Oft ist es nur ein Gefühl oder nennen wir es Seelenzustand. Meine neue Kollektion entspringt einem Gefühl des Verlustes und der Stimmung, in einem schwarzen Loch gefangen zu sein. Als Tribut an einen lieben verstorbenen Freund ist sie Ausdruck von unterschiedlichen inneren Konflikten und trauernder Stille.

Wie haben wir uns deinen Arbeitsprozess vorzustellen?
Ich zeichne, zeichne, zeichne … Dabei suche ich nach Bildern, Geräuschen und Worten, die meine Emotion widerspiegeln. Die Resultate versuche ich in verschiedene Formen, Texturen, Farben, Bewegungen und Proportionen zu bringen. Dann zeichne ich wieder. Daraufhin folgt der letzte und damit auch der wichtigste Schritt: das Experimentieren mit Volumen direkt am Körper und am Menschen. Die Begegnung mit dem Stoff diktiert den Weg. Magische Unfälle entstehen und das Resultat ist immer überraschend und auch viel stärker als die Originalzeichnung.

(MEHR ZU DIESEM THEMA IN DER AUSGABE 1/2011 AB SEITE 200)