FOTO / Rene & Radka
HAARE / Olivier Lebrun, B-Agency
MAKE-UP / Corinne Guess, Agence Aurelien Paris
MODELS / Rees Ryslerova und Amanda Lopez, Nathalie Models, Sheila Baum und Katrina Bykova, IMG Paris



Wir schreiben das dritte Jahrtausend n. Chr. Es ist das Zeitalter von Lipboostern, Doctor-Brands, Mesotherapien und Headspace, der synthetischen Rekonstruktion von Duftstoffen. Die plastische Chirurgie ist auf dem Stand, Gesichtstransplantationen vorzunehmen und einer 80-Jährigen den Körper ihrer Enkelin zu verschaffen. Aufgrund von Erkenntnissen und Entwicklungen der modernen Wissenschaft sind Kosmetikprodukte multifunktional: Sie pfl egen, reparieren, wirken dem Alterungsprozess entgegen, kaschieren und kolorieren – in einem Schritt. Zwar hat sich die Rezeptur der Inhaltsstoffe über die Jahrhunderte grundlegend geändert, die Art der Anwendung jedoch ist konstant geblieben. Bahnbrechende Innovationen und explizite Trends in der ästhetischen Industrie waren stets Resultate eines hohen kulturellen Gesamtstandards. Die ägyptische Hochkultur brachte das erste Make-up rein zum Zweck der Verschönerung hervor, das hellenistische Griechenland kultivierte erste Wellnesstherapien mit ausgiebigen Bädern und Massagen, das elisabethanische England erhob das haarlose, weiße Frauengesicht, Ergebnis einer langwierigen und schmerzhaften Prozedur, zum Schönheitsideal. Dagegen herrschte im Mittelalter kosmetische Flaute; war diese Zeit doch von der Übermacht der Kirche und der Geringschätzung des menschlichen Abbilds geprägt. Keine künstlerischen Impulse, keine ikonischen Darstellungen des Menschen – kein ästhetisches Bewusstsein.


(MEHR ZU DIESEM THEMA IN DER AUSGABE 1/2007 AB SEITE 62)

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