FOTO / Lado Alexi
INTEVIEW / Fabian Kölmel



In Deutschland entscheiden sich jährlich etwa 400.000* Menschen für einen ästhetisch-chirurgischen Eingriff – das sind 0,5 Prozent der Bevölkerung. Der Drang nach Optimierung scheint völlig legitim, die Behebung des Makels nahezu Mainstream und das Glück nur den kleinen Spalt zwischen Vorher- und Nachher-Bild entfernt. Doch die Layoutmillimeter zwischen davor und danach werden der Zeitspanne zum neuen Ich nicht gerecht. Zwischen dem, was man nicht mehr ist, dem, was man noch nicht ist, und dem, was man sein möchte, entsteht eine grössere, zeitliche, körperliche sowie psychische Dimension. Tush dokumentiert ein Facelift, spricht mit Operateur und Operierter und zeigt, was für gewöhnlich hinter Klinik- und Wohnungsmauer, Bandage und Sonnenbrille verborgen bleibt: die Offenbarung des Vorher-Nachher-Prinzips.


TUSH: Ihr Gesicht wurde vor acht Wochen geliftet. Was haben Sie sich dadurch erhofft?


Obwohl ich mich erholt und fit fühlte, sah ich immer müde aus und ich wollte einfach wieder frischer wirken. Ich bin jetzt 55 Jahre alt, meine Haut war nicht mehr so straff wie noch vor ein paar Jahren. Mein Inneres hat nicht mehr zum Äußeren gepasst. Besonders ausschlaggebend war ein Foto, auf dem ich im Profil zu sehen war. Ich dachte: „Das bin nicht mehr ich“, und dann wurde mir klar, dass ich was machen musste.


TUSH: Kam sofort ästhetische Chirurgie in Frage?


Nein, ich bin sehr vorsichtig, was Schönheits-OPs betrifft. Es gibt nichts Schlimmeres, als „gemacht“ auszusehen. Dementsprechend war die Entscheidung zur OP alles andere als leichtfertig. Ich habe zuerst versucht, mit natürlichen Methoden wie elektronischem Muskeltraining schlaffere Hautpartien zu straffen, aber das hat nicht funktioniert.




(MEHR ZU DIESEM THEMA IN DER AUSGABE 2/2008 AB SEITE 160)

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