Text / Fabian Kölmel & Claudia Seidel
Fotos / PR (4)



Paris, unverrückbar stehst du in den weltweiten Organizern, und alle, die im Frühling und Herbst zu dir reisen, kommen nicht umsonst. Hart und brutal ist der Kampf um die Plätze in der ersten Reihe, sehen und gesehen werden lautet das beinharte Gesetz der Stunde. Es geht um Deutungshoheit, Anerkennung, Richterskala, Image. Auf den Punkt gebracht geht es gerade auch hier inzwischen nur noch um: Rein, raus. Dann, wenn der Fashionista-Darwinismus am Entree erledigt ist, wenn „wer-auch-immer-wichtig“ endlich in den Reihen auf ihren Stühlen sitzen, muss das Defilee beginnen, es muss, es muss, es muss. Während dieser Prêt-à-Porter-Zeit gibt es wenige Namen, die grün und giftig werden, fängt die Show entweder nicht pünktlich, oder, die totale Katastrophe, ohne sie an. Aber plötzlich kommt die Katastrophe und siehe, was geschieht. Mit Viktor & Rolfs „Funny Faces“ platzt ein Novum und provoziert die Szene, weil Horsting und Snoeren folgendes Statement
zur Einladung bringen: „Viktor & Rolf would like to invite you to attend their Spring Summer 2009 show. This show will be held in the grand salon of our house, in the tradition of the great fashion houses during the golden years of couture. The only difference being that this time the city of choice is not Paris, but any city in the world where you happen to be. The location is our home… our virtual home on the world wide web.“ Statt sensationeller Aufführung mit noch sensationelleren Models, wird allein mit und an Supermodel Shalom Harlow als exklusives und animiert vervielfältigtes Showroom-Dummy die „Ready-to-wear“-Couture per Videoanimation abrufbar, weltweit.


(MEHR ZU DIESEM THEMA IN DER AUSGABE 4/2008 AB SEITE 28)

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