Text / Judith End
Fotograf / Armin Morbach
Haare & Make-up / Nadine Bauer, Ballsaal
Styling / Rhea Leisibach
Bildbearbeitung / Sevengreen
Der Brustkrebs mutierte in den letzten Jahren zur größten Herausforderung des Frauseins, geht dem Kampf gegen die Krankheit häufig der Verlust der weiblichen Attribute parallel. Obgleich durch medizinische Fortschritte die Mortalitätsrate sinkt, bleibt die Statistik im Falle einer Brustkrebserkrankung nur schwacher, unpersönlicher Trost. Selbst in einer Zeit, in der Krebs allgegenwärtig geworden ist, sich Celebrities outen und Solidaritätsbändchen am Handgelenk getragen werden, bleibt die Krankheit im öffentlichen Bewusstsein pauschalisiert. Doch den einen Krebs gibt es nicht, meint der Begriff zunächst eine Sammelvokabel für Wucherungen aller Art. Spezifische Symptome, Verlauf und Therapie der Krankheit ist für jede Patientin unterschiedlich. Judith End ist 25 Jahre alt, als sie einen Tumor in ihrer Brust erfühlt. Ihre Frauenärztin diagnostiziert zuerst ein Fibroadenom – eine hormonell bedingte und daher als harmlos eingestufte Wucherung, die angeblich darauf zurückzuführen ist, dass sie mit 21 Jahren schon Mutter wurde. Brustkrebs mit 25 schien für jeden unmöglich, am meisten für Judith selbst. Hier erzählt die junge Mutter ihre Geschichte in Tagebuchform, berichtet offen über die für Nichtbetroffene unsichtbaren Teufel und macht verständlich, dass der Krebs nicht nur das Innere und Private verändert, sondern, für ein öffentliches Leben nach der Diagnose, zu einer immer schonungslosen Selbstfindung zwingt.
(MEHR ZU DIESEM THEMA IN DER AUSGABE 4/2008 AB SEITE 222)



