Text / Claudia Seidel
courtesy / Galerie Christian Nagel, Köln/Berlin
Widersprüchliche Wesen, exquisite Kreaturen, Traum, Begierde, Vision. Der Surrealismus war große Poesie und revolutionär durch seine exklusiven Fantasien. In den Zeichnungen der israelischen Künstlerin Alexandra Zuckermann führt er „In The Shadows Of Young Girls In Flower“ sein bizarres Leben fort.
Die Zeichnung ist ein sensibles Medium; intim, privat oder persönlich nennt man sie auch. Die unmittelbare, spontane Geste wird dem Zeichnen als besondere Qualität zugeschrieben, und geht es um den Akt, so wirkt die Zeichnung wie die Schwester der Schrift auf Tagebuchseiten. Wenn Künstler und Künstlerinnen zeichnen, so glaubt man, schaut man ihnen nicht nur über die Schulter, sondern bisweilen direkt zum tiefsten Punkt ihrer Seele. Der Nachvollzug des männlichen wie auch des weiblichen Künstlerblicks auf den Körper des eigenen oder anderen Geschlechts ist dabei ein immer besonders delikater. Für eine höchst kunstvoll arrangierte Peepshow sind unter anderem die selbstverlorenen Akte des Österreichers Egon Schiele berühmt, berüchtigt und geschätzt. Andere, exquisitere Körperfantasien führte der Surrealismus in die Kunst ein, da er die Schönheit psychologisierte, Obsessionen wollte und in die bewegten Träume und Albträume von Sexualität, Fetisch und Perversion eintauchte.
(MEHR ZU DIESEM THEMA IN DER AUSGABE 1/2009 AB SEITE 210)



