Interview / Claudia Seidel
Foto / Ralph Mecke
Haare & Make-up / Melanie Schoene
Styling / Claudia Hofmann, Ballsaal
Model / Nora Tschirner
Bildbearbeitung / Recom Gmbh
Stylingassistenz / Soo-hi-Song

Nora Tschirner muss man lieben. Sie hat es geschafft, dass Harald Schmidt auch mal in die Knie ging. Das verwundert überhaupt nicht.

TUSH: Frau Tschirner, wie geht es Ihnen gerade?
Nora Tschirner: Es geht so. Mir ist ein wenig kalt an den Füßen und ich bin zu faul, es zu ändern.

TUSH: Von ihnen stammt der Ausdruck „Glitschfressen“: Was war das noch mal genau?
Nora Tschirner: Dieses Wort, das ich im Jahre 2003 zuletzt bzw. einmalig benutzt habe, bezeichnete, wenn ich mich recht entsinne, profilarme, schönlingshafte, aufgesetzt strahlende (Medien-)Menschen, an deren Gesicht und Wesen mein Blick und Gefühl nicht recht zu haften vermochte.

TUSH: Komödien, Persiflagen, Parodie und Comedy sind ihr Spezialgebiet, sei es im Fernsehen oder auf der Leinwand. Diese Genres arbeiten auch auf der Grundlage bekannter Klischees, und klar, dass „typisch Mann“ trifft „typisch Frau“ allzeit Futter für Situationskomik hergibt. Was mögen sie an diesen Klischees besonders?
Nora Tschirner: Hmm. Mich selbst interessiert eigentlich eher das Zwischenmenschliche überhaupt. Charaktere, Figuren mit ihren Ängsten, Erwartungen und Macken, die sich reiben, sobald sie aufeinandertreffen. Die Arbeit mit Überspitzungen, Klischees und Stereotypen ist wahrscheinlich aus der Komödie nicht wegzudenken, aber ich glaube, dass dabei mittlerweile geschlechterübergreifende Wesenszüge in den Vordergrund treten. Die althergebrachten Mann-Frau-Klischees sind vielleicht noch lustig, weil sie uns wie alte Bekannte vorkommen, aber humoristisch und realistisch gesehen halte ich sie für eine eher bedrohte Tierart.


(MEHR ZU DIESEM THEMA IN DER AUSGABE 2/2009 AB SEITE 224)

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