Interview / Claudia Seidel
Fotos / Roger Fritz
Deutschland feiert Jubiläum. Ein Blick zurück. Auf der Suche nach Stil, Ästhetik und Ausdruck griffen wir zur TWEN. Wir stellten erneut fest: Dieses Magazin ist etwas ganz Besonderes gewesen. Ein Magazin, das modern war und immer noch manchen Maßstab setzt.
Wir waren einmal TWEN. Das ist nun 50 Jahre her. 1959 wurde in Deutschland ein Magazin gegründet, das konsumorientiert war – und das hieß damals noch: stilbildend. TWEN war die erste echte deutsche Lifestylezeitschrift, die mit Optik und Inhalt provozierte. In diesem Sinne bleibt sie bis heute einzigartig. Mehrfach landete die TWEN auf den Schreibtischen der Bundesprüfstelle für Jugendschutz. Die TWEN erfand mit Public-Relations-Reportagen (was man heute Advertorials nennt) nicht nur eine intelligente Ästhetik, ihr Geld zu akquirieren, sondern war vor allem ein Printmedium „für moderne Fotos, mit modernen Fotos“. Unter ihrem Artdirector Willy Fleckhaus – innovativ, federführend, prägend – wurde Fotografie zur Substanz eines Magazins: randlos, auf Doppelseite, großzügig, emotional, aufregend. Neben Herbert List und Will McBride gehörte als Mann der ersten Stunde der heute in München lebende Fotograf, Drehbuchautor, Schauspieler und Produzent Roger Fritz dazu. Er fotografierte, was Deutschland schon bewegt hat. Wir trafen ihn in seiner Wohnung zwischen Stapeln an Fotos, vor dem Bildschirm eines Macs und auf dem Sofa.
TUSH: Wie kam es dazu, dass du Mitte der 1950er-Jahre Assistent bei Herbert List in München geworden bist?
Roger Fritz: Ein purer Zufall! Ich war per Anhalter von Nürnberg nach München unterwegs, Herbert List nahm mich mit. Ich zeigte ihm meine Fotos. So fing das an, dass ich zeitweise mit ihm gearbeitet habe.
(MEHR ZU DIESEM THEMA IN DER AUSGABE 3/2009 AB SEITE 60)





