Foto / Armin Morbach
Realisation / Katrin Gerhardy & Rhea Leisibach
Interview / Fabian Kölmel
Porträts von Schauspielerinnen sind eine Königsdisziplin. Denn nicht immer bedeutet telegen auch fotogen, manchmal spielen sie zu laut oder sehen sich nur durch einen bestimmten Look vertreten. Hannah Herzsprung entspringt einer neuen Generation und verbindet vollkommen allürenfrei Model-Qualitäten mit schauspielerischer Glaubwürdigkeit.
TUSH: Sie benötigte „Vier Minuten“ für ihren Durchbruch und ist eines der größten Talente des deutschen Kinos. Ende 2009, mit 28 Jahren, hat Hannah Herzsprung einen Punkt erreicht, dessen sie sich selbst noch nicht völlig bewusst ist. Es scheint so, als würden ihre Rollen ihr vorauseilen und ein Grimme-Preis, ein Bayerischer Filmpreis und ein Deutscher Filmpreis lediglich ihre Rollen auszeichnen und nicht sie selbst. Sie hat es vielleicht gerade deswegen geschafft, sich ganz unangestrengt von ihren prominenten Eltern zu emanzipieren und eine Nische zu finden, die ihrer Person Hintergrund ermöglicht und ihrem Können freien Lauf lässt.
Hannah, die Bilder des Shootings erinnern an die italienische Commedia dell’Arte aus dem 17. Jahrhundert. Improvisation war ein wesentlicher Teil dieser Theaterform, ähnlich wie heute bei deinem Posing vor der Kamera. Fällt es dir als Schauspielerin leichter, auch während eines Fotoshootings Rollen einzunehmen und nicht die Privatperson darzustellen?
Hannah Herzsprung: Mit solch großen Fotoproduktionen bin ich noch relativ unerfahren. Ich fühle mich dann doch wohler im „bewegten Bild“. Trotzdem machen mir Shootings sehr viel Spaß, das liegt natürlich auch immer am Team. Armin gab mir immer die richtigen Regieanweisungen, so habe ich mich ein wenig wie am Filmset fühlen können.
(MEHR ZU DIESEM THEMA IN DER AUSGABE 3/2009 AB SEITE 92)





