Interview / Claudia Seidel

Bloggen scheint so selbstverständlich – was an Inhalten haben wir nicht schon alles erlebt? Jede Menge Schrott, von dem sich ein Blog völlig abhebt: Homotography ist seit einiger Zeit mit klar umrissenem Thema konstant auf Sendung. Der Blog widmet sich homoerotischer zeitgenössischer Fotografie in Mode, Werbung und Kunst. Wir baten den Autor um ein Interview. Seinen Namen werden wir nicht preisgeben, am Ende weiß der Leser warum.

TUSH: Was war für dich der Anlass, den Fotoblog Homotography ins Leben zu rufen? Wann erschien der erste Beitrag?

Den ersten Beitrag stellte ich am 23. November 2008 online, doch erst ab Anfang 2009 hat der Blog dann die Gestalt angenommen, wie ich sie mir wünschte und der Blog sie nun auch hat. Für mich stellt Homotography ein persönliches Abenteuer dar. Ich habe eine ganze Weile über einen Blog nachgedacht, der mich alle meine fotografischen Fundstücke zusammenstellen lässt, die sich mit dem Thema Homoerotik auf sensible, feinsinnige Weise beschäftigen. Etwa vor einem Jahr habe ich schließlich entschieden, es wäre jetzt einfach an der Zeit. Dabei hatte ich keine besonderen Erwartungen, sondern nur Lust daran, Fotografien, die ich inspirierend finde, zu veröffentlichen und mit einem Publikum zu teilen. Sei es Name, Layout oder Inhalt: Homotography ist stolz darauf und weiterhin unerschrocken, Fotografie mit homosexueller Ästhetik zu feiern. Von Anfang an war es eine tolle Sache und ist es weiterhin. Ich habe beruflich nichts mit Mode oder Fotografie zu tun, aber wer kann es schon wissen. Vielleicht öffnet mir Homotography die Tür für etwas, von dem ich das Gefühl habe, ich könnte damit eine Karriere mit Leidenschaft verfolgen.

TUSH: Die Bandbreite der teilweise sehr rasch aufeinanderfolgenden Beiträge ist ziemlich groß. Wie kommt diese Auswahl zustande, wie muss man sich deine tägliche Arbeit vorstellen? Schickt man dir inzwischen Editorials zu oder recherchierst du selbst und fragst bei Fotografen an?

Mittlerweile ist es eine Mischung aus beidem, je bekannter Homotography wurde, umso mehr erhielt ich von Fotografen, Magazinherausgebern oder Stylisten Material zur Veröffentlichung zugeschickt. Wenn mir andererseits eine Fotografie oder ein ganzes Editorial ins Auge sticht, kontaktiere ich die Künstler und frage, ob sie Interesse daran haben, auf Homotography zu erscheinen. Ich bin neugierig und Suchmaschinen sind des Bloggers beste Freunde. Ich lese beispielsweise einen Artikel, finde eine interessante Referenz, google dann weitere Informationen über die Arbeit eines Fotografen und lande schließlich bei seinem Portfolio mit fantastischem Material.

(MEHR ZU DIESEM THEMA IN DER AUSGABE 1/2010 AB SEITE 212)

Ein Kommentar zu “Blogging Photography”

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[...] in it. The interview was conducted by Claudia Seidel and appears in the magazine in German (see preview). Here is the English [...]

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